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← Zurück 13:30 – 14:00 (30 Min.) · Breakout-Room 2 · Vortrag auf einer Themenbühne (Technical Basics)
Business Applications

Von Excel zur intelligenten Power-App: Idee, Umsetzung und Produktivbetrieb

Der Vortrag richtet sich an Low-Code Entwickler und alle die es werden möchten. Anhand des „Sensorik-Tools“ wird gezeigt, wie eine klassische Excel-basierte Lösung in eine skalierbare, wartbare und integrierte Anwendung überführt wurde. Neben der Architektur und dem Umsetzungsansatz wird beleuchtet, wie KI-gestützte Funktionen, Bildverarbeitung und automatisierte Workflows die Lösung perspektivisch weiterentwickeln können.

Pirajean Sophie

Pirajean Sophie

Wichtigste Erkenntnisse

6 Punkte

01

Die Digitalisierung mit Power Apps und Dataverse erhöht Transparenz und Effizienz gegenüber einer Excel-Lösung erheblich.

02

Eine Designphase mit echtem Prozessverständnis und Framework-Prototyping beschleunigt und verbessert die Entwicklung maßgeblich.

03

Der richtige Umgang mit Limitationen (z.B. SharePoint-Delegation) ist kritisch – Dataverse ist für komplexe Power Apps meist unumgänglich.

04

Ein KI-gestützter Workflow (OCR, strukturierte Extraktion) kann Routine-Tätigkeiten dramatisch beschleunigen und fehlerärmer machen.

05

Agile Entwicklung mit direkter User-Einbindung sorgt für bessere, praxisnahe Ergebnisse und Akzeptanz.

06

Ein sauberer Application Lifecycle (Entwicklung/Produktivsystem, Managed Solution) verhindert Fehler beim Rollout.

Kurzfassung

Im Vortrag wird das Projekt zur Digitalisierung der Produkttestprozesse bei der Zentrale Handelsgesellschaft (ZHG), Tochterfirma von Makant, vorgestellt. Früher wurden die über 2000 Artikel-Tests pro Jahr mit Excel abgewickelt, nun ist ein maßgeschneidertes Sensorik-Tool auf Basis von Microsoft Power Apps und Dataverse im Produktivbetrieb. Die Entwicklung erfolgte praxisnah inkl. User-Einbindung, Designphase und Lifecycle-Management. Ein Highlight ist der neue, live gestartete KI-Workflow, der Produktfotos automatisiert per OCR und AI verarbeitet und Daten in das System einpflegt.

Langfassung

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Digitalisierung der jährlichen Verkostung und Bewertung von Produkten bei der Zentrale Handelsgesellschaft (ZHG), einer Tochter der Makant. Zuvor wurden über 2000 Lebensmittel-, Drogerie- und Haushaltsartikel per Excel-Tabellen getestet, was zu Herausforderungen bei Datenpflege, Transparenz und Zusammenarbeit führte. In einem praxisorientierten Projekt wurde der bisherige Excel-basierte Prozess in eine moderne Power App überführt: Die neue Lösung setzt auf Microsofts Power Platform, explizit Power Apps, Dataverse und Power BI zur Auswertung.

Der Referent beschreibt den Entwicklungsprozess, der mit der Teilnahme an einer realen Produktverkostung begann, um die Anforderungen und Pain Points der Nutzer zu verstehen. Statt sofort mit der Programmierung zu starten, wurde bewusst eine Designphase vorgeschaltet, inklusive Framework-Prototypen, Benutzerrollen und Prozessmodellierung, sodass die Umsetzung zielgerichtet erfolgte. Die Implementierung erfolgte agil und unter starker Einbindung echter Tester, sodass die App schrittweise entstand und Nutzerrückmeldungen eingebunden wurden.

Die Power App besteht aus einer Verkostungsanlage (Datenerfassung zu Tests und Produkten), einer gemeinsamen Bewertungsoberfläche für die Tester inklusive Kategorienbewertung per Schulnote und Kommentarfeld sowie einer Auswertungsstrecke, die mit Power BI realisiert ist. Das Datenmodell ist komplex (viele Relationen, z.B. ein Produkt - mehrere Hersteller) und erforderte schließlich den Umstieg von SharePoint auf Dataverse wegen der Delegationsgrenzen und Performance. Ein Application Lifecycle Management mit Entwicklungs- und Produktivumgebung schützt vor Fehlveröffentlichungen.

Ein aktuelles Highlight ist der KI-Workflow: Bilder werden zu Produkten abgelegt, nach Upload automatisiert ausgelesen (OCR/AI), die extrahierten Daten strukturiert transformiert und in Dataverse gespeichert. Der Prozess entlastet Tester:innen enorm, da bis zu 15 Produkte pro Test und mehr als 2000 im Jahr analysiert werden. Das Projekt ist modular aufgebaut und wird fortlaufend weiterentwickelt. Am Schluss gibt es eine Einladung zu Fragen am Business Application Stand.

Wir transferieren jetzt dieses Excel-Monster, nenne ich es mal, in die Power-Plattform.

— Ein Satz zur Motivation, die bestehende Excel-Lösung durch eine moderne App zu ersetzen.

Das Sensorik-Tool ist meiner Meinung nach ein mittleres Power-Plattform-Projekt. Da reicht es leider nicht, dass ich motiviert hingehe und sage, ich fange mal an, die Oberfläche zu entwickeln. Ich brauche da schon wirklich fundierte Kenntnisse.

— Der Referent unterstreicht die Komplexität und Notwendigkeit von Know-how für solche Projekte.

Wir sind nicht mehr auf SharePoint. Wir sind jetzt mittlerweile auf Dataverse. Warum? Weil es einfach zu viel war.

— Erklärung des nötigen Wechsels des Backends von SharePoint auf Dataverse wegen technischer und datenbezogener Limits.

Der Nutzer wird über eine E-Mail benachrichtigt, wann der KI-Workflow durchgelaufen ist. Ich klicke auf Aktualisieren und alle Daten sind dann da, wenn die KI sie lesen kann.

— Die praktische Entlastung durch den neuen KI-Workflow beim Einpflegen von Produktdaten wird betont.

Gerade eine IT ist auch mal nicht in den Fachprozessen drin, einfach mal vor Ort zu gehen, zu schauen, wirklich den Prozess einmal zu leben.

Schlüsselwörter

Power AppsDataverseSensorik-ToolAutomatisierungKI-Workflow

Produkte / Programme

Microsoft Power AppsMicrosoft DataverseMicrosoft SharePointMicrosoft Power BIMakantZentrale Handelsgesellschaft (ZHG)

Genannte Personen

Mike Christoph