01
Datensicherheit und Datenschutz sind zentrale Herausforderungen bei der Einführung von KI im öffentlichen Sektor.
Wie bringt man KI in die öffentliche Verwaltung – sicher, akzeptiert und im täglichen Einsatz? smartpoint und Bechtle berichten aus der Praxis: Wie eine KI-Lösung entstanden ist, die heute mehrere Tausend Mitarbeitende in verschiedenen Ministerien täglich nutzen. Welche technischen und organisatorischen Hürden überwunden wurden – und was andere daraus lernen können.
Paul Zeinhofer
Head of AI & Business Development
01
Datensicherheit und Datenschutz sind zentrale Herausforderungen bei der Einführung von KI im öffentlichen Sektor.
02
Individuelle KI-Lösungen bieten Vorteile gegenüber Standardprodukten, wenn es um Flexibilität, Anpassbarkeit und Kostenkontrolle geht.
03
Erfolg hängt stark vom Verständnis und der Umsetzung realer Anwendungsfälle ab, nicht von der bloßen Technologie-Einführung.
04
Skalierbare, nutzerfreundliche und erweiterbare Plattformen ermöglichen die nachhaltige Nutzung über Organisationsgrenzen hinweg.
05
Praxisorientierte und fachlich spezialisierte Expertenteams sind entscheidend für die Umsetzung komplexer KI-Projekte.
Kurzfassung
Der Vortrag beschreibt, wie Smartpoint als Tochterunternehmen der Bechtle Gruppe individuelle KI-Lösungen für österreichische Ministerien entwickelt und einführt. Es werden die wichtigsten Herausforderungen, wie Datensicherheit, Nutzerfreundlichkeit und Kosteneffizienz, thematisiert und ein konkretes Umsetzungsbeispiel vorgestellt. Statt auf generische KI-Tools zu setzen, wurde gemeinsam mit dem Kunden ein maßgeschneidertes KI-Portal auf Microsoft Azure entwickelt. Die Plattform wird mittlerweile von mehreren Ministerien genutzt und bietet verschiedene Services wie Chatbot, Transkription, Zusammenfassungen, Übersetzungen und Bildgenerierung. Die Referentin betont, dass gelingt, wenn die Anforderungen der Nutzer mit fachlicher Kompetenz und technischer Erfahrung umgesetzt werden.
Langfassung
Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Entwicklung und Einführung individueller KI-Lösungen für den öffentlichen Sektor durch Smartpoint, einer Tochter der Bechtle Gruppe. Der Referent schildert anhand eines Projektes mit dem österreichischen Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft die notwendigen Anforderungen und Herausforderungen bei der Implementierung von KI-Anwendungen in Verwaltungen. Seitens vieler Behörden besteht die Motivation, KI einzuführen, oftmals auch getrieben durch mitarbeiterseitige Nutzung privater KI-Tools, wobei Datensicherheit ein zentrales Thema ist. Eine eigene KI-Abteilung existiert bei Smartpoint nicht; vielmehr sind KI-Expertinnen und -Experten in den jeweiligen Fachbereichen angesiedelt, um domänenspezifische Lösungen zu realisieren.
Das konkrete Projekt begann mit der Bedarfsanalyse: Ziel war nicht die Einführung von KI an sich, sondern die Lösung konkreter Problemstellungen der Mitarbeitenden. Das Ergebnis war ein individuelles KI-Portal, entwickelt auf Basis von Microsoft Azure und Azure AI Services. Die Lösung überzeugt durch eine nutzerfreundliche Bedienung, sodass keinerlei Vorkenntnisse zu Prompting oder KI erforderlich sind. Anwendungsfälle sind unter anderem ein Chatbot (mit Websuche), automatisierte Transkription und Speaker-Identifikation für Audio- und Videodateien, Zusammenfassung von Texten und Übersetzungsdienste für 48 Sprachen mit Fachglossar.
Ein zentrales Anliegen war die Gewährleistung von Datenhoheit: Die Lösung lässt keine persistente Speicherung sensibler Daten in der Cloud zu – verarbeitet werden die Daten nur temporär. Bevor das erste Mal Code geschrieben werden konnte, war eine achtmonatige Datenschutzprüfung nötig. Auch die Entscheidung für eine Eigenentwicklung (statt Lizenzen für Standardlösungen wie Copilot oder ChatGPT zu erwerben) ergab sich aus Kostenüberlegungen und Anforderungen an die Skalierung sowie flexible Erweiterbarkeit. Der Lösung liegt ein Rahmenvertrag (Open Clouds for Research, OKRE) zugrunde, der den Einkauf solcher cloudbasierter Lösungen vereinfacht.
Mittlerweile nutzen drei österreichische Ministerien die Plattform gemeinsam – rechtlich ermöglicht durch ein Verwaltungsübereinkommen, das gemeinsame Produktentwicklung erlaubt. Die Lösung wächst weiter, neue Anwendungsfälle kommen hinzu, aktuell gibt es über 3000 Nutzer. Für andere Kunden (außerhalb des öffentlichen Sektors) steht eine Konsumenten- bzw. Enterprise-Version zur Verfügung, deren Lizenzmodell sich an Unternehmen richtet, die keine nutzerbezogenen Lizenzen wünschen. Abschließend betont der Vortragende, dass erfolgreiche KI-Projekte vor allem durch praxisnahe Anwendungsfälle, genaue Kenntnis der Kundenanforderungen sowie erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler möglich werden.
Schlüsselwörter
Produkte / Programme
Genannte Personen