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Business Applications

Alle wollen KI Machen, kaum jemand kann's – Insights aus 3 Jahren Projekterfahrung mit Microsoft Fabric

KI steht auf jeder Strategie‑Folie. Doch nach drei Jahren Projekterfahrung zeigt sich ein klares Bild: Die meisten Initiativen scheitern nicht an der Idee, sondern auch an zwei grundlegenden Hürden. Erstens: Unternehmensdaten und ‑prozesse sind für Menschen und klassische Auswertungen gebaut - nicht für autonome Systeme.

PS

Patrick Schidler

Johannes Schilling

Johannes Schilling

Wichtigste Erkenntnisse

5 Punkte

01

KI-Projekte scheitern selten an der Technologie, sondern an Datenqualität, Prozessen und Organisation.

02

Die klassische Batch-orientierte Datenlogistik ist für KI-Anwendungen nicht mehr ausreichend – Echtzeit- und Kontextzugriff werden immer wichtiger.

03

Es muss ein Gleichgewicht zwischen Datenqualität, Geschwindigkeit und Betriebskosten gefunden werden.

04

Ontologien und KI-unterstützte Tools wie Copilot helfen, den Kontext und die Nutzbarkeit von Unternehmensdaten schnell zu verbessern.

05

Change Management ist zentral, da nicht technische, sondern organisatorische Hürden oft die größten Herausforderungen darstellen.

Kurzfassung

Der Vortrag auf der Bechtle Microsoft World 2026 beleuchtet Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Implementierung von KI-Projekten mit Microsoft Fabric. Es wird deutlich, dass viele Unternehmen zwar KI umsetzen möchten, jedoch häufig an organisatorischen, datenbezogenen und betrieblichen Herausforderungen scheitern – nicht unbedingt an der Technologie selbst. Die Referenten betonen, wie wichtig Datenqualität, Governance, ein passendes Operating Model und die richtige Balance zwischen Effizienz und Sicherheit sind. Praxisnahe Einblicke, konkrete Handlungsempfehlungen sowie ein Fokus auf den Wandel hin zu KI-gestützter Datenlogistik und Ontologien runden die Session ab.

Langfassung

Im Rahmen der Bechtle Microsoft World 2026 diskutieren Vertreter von Microsoft und Bechtle ihre Erfahrungen aus drei Jahren gemeinsamer KI-Projektarbeit mit Microsoft Fabric. Bereits zu Beginn wird die provokante These aufgestellt: Alle wollen KI machen, aber kaum einer kann's. Mittels Interaktion mit dem Publikum wird das tatsächliche Umsetzungsniveau von KI-Projekten abgefragt. Die meisten Unternehmen sind zwar interessiert und teilweise schon aktiv, aber nur wenige haben produktive, wertschöpfende KI-Use Cases implementiert.

Die Referenten identifizieren drei zentrale Gründe für das Scheitern von KI-Projekten: (1) Fehlende Berücksichtigung des Übergangs vom Proof-of-Concept zur produktiven Umgebung, (2) Herausforderungen in der Datenqualität und -verfügbarkeit, insbesondere in Bezug auf Echtzeitdaten, und (3) ein Operating Model, das nicht die Geschwindigkeit und Zielvorstellungen der Fachbereiche widerspiegelt. Organisatorische Zielkonflikte werden etwa zwischen dem sicherheitsorientierten IT-Team und den schnell agierenden Fachbereichen deutlich.

Es wird dargelegt, wie Datenarchitekturen bisher meist Batch-orientiert und auf den Menschen zentriert aufgebaut sind, aber KI-Systeme eine Umstellung auf flexible, Echtzeit-nahe Datenlogistik erfordern. Microsoft Fabric bietet hierfür verschiedene Komponenten wie Real-Time Intelligence, Streaming und flexible Zugriffsmodelle. Die Rolle von Ontologien zur schnellen Kontextualisierung und Zugreifbarkeit von Daten, unterstützt durch KI-Tools wie Copilot, wird hervorgehoben.

Abschließend geben die Sprecher Empfehlungen: Unternehmen sollen zunächst eine solide Datenbasis und Governance-Strukturen schaffen, bevor KI-Use Cases implementiert werden. Fabric eignet sich sowohl für klassische als auch für KI-getriebene Architekturansätze. Change Management und die Bereitschaft, KI nicht nur als Endprodukt, sondern auch als Werkzeug für den Transformationsprozess zu nutzen, sind entscheidend.

Für die allermeisten Szenarien in den Unternehmen, die wir heute sehen, brauchen wir noch nicht mal die allerletzten leistungsfähigsten Modelle, sondern günstigere, kleinere Modelle, die den Job genauso gut machen.

— Betont die Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit kleinerer KI-Modelle für praktische Unternehmensanwendungen.

Kontext schlägt Modellperformance. Sie können das beste High-End-Modell nehmen, schlechte Daten und dann kommt sehr selten eine bessere Qualität raus, als wenn Sie ein weniger leistungsfähigeres Modell nehmen mit einer sehr guten Datenqualität.

— Hebt hervor, dass der Kontext und die Datenqualität wichtiger sind als pure Modellleistung.

Wenn Sie KI machen wollen, ohne es selbst zu nutzen, dann machen Sie es im Zweifel zu langsam.

— Warnt davor, KI einzuführen, ohne auch die eigenen Prozesse mithilfe von KI effizienter zu gestalten.

Excel immer noch das favorisierte BI-Tool, man kriegt es nicht raus aus dem deutschen Mittelstand.

— Ironisiert die Beharrlichkeit klassischer Tools trotz moderner Datenplattformen.

No Data, No Agents.

Schlüsselwörter

KI-ProjekteMicrosoft FabricDatenlogistikOntologieDatenqualität

Produkte / Programme

Microsoft FabricPower BICopilotOne LakeData FactoryExcelSharePointGitHubAzure DevOps

Genannte Personen

SebastianSatya NadellaMichael