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← Zurück 11:40 – 11:50 (10 Min.) · Security-Stage · Vortrag auf einer Themenbühne (Strategic)
Modern Work & AI Security

Agenten der Cybersicherheit: Menschen und KI schützen

“Agenten” meint heute zweierlei: den Menschen am Arbeitsplatz und die KI, die ihm zur Hand geht. Beide handeln, beide treffen Entscheidungen, beide sind Angriffsfläche. In dieser Session betrachten wir, wie Mensch-KI-Teams in der Praxis entstehen, wo klassische Awareness-Programme an Grenzen stoßen, und was Governance für diese neue Realität konkret bedeutet.

Martin Kraemer

Martin Kraemer

CISO Advisor

Wichtigste Erkenntnisse

7 Punkte

01

Interne Fehler und alltägliche Risiken sind die größten Sicherheitsbedrohungen, nicht nur externe Angriffe.

02

Die veränderte Unternehmensbelegschaft – bestehend aus Mensch und KI – erfordert neue Sicherheitsstrategien.

03

Klassische Security-Schulungen stoßen an Grenzen, wenn es um nachhaltige Verhaltensänderungen geht.

04

Der Schutz von KI-Systemen muss Social-Engineering-ähnliche Bedrohungen wie Prompt Engineering einbeziehen.

05

Eine starke Sicherheitskultur und die Einbindung der Mitarbeitenden sind zentral für nachhaltigen Schutz.

06

KI-Governance ist in vielen Unternehmen noch unzureichend ausgeprägt und bedarf gezielter Verbesserung.

07

Sicheres Verhalten muss einfach umsetzbar sein, um die Einhaltung durch Mitarbeitende zu erhöhen.

Kurzfassung

Der Vortrag von Martin Krämer, CSO Advisor bei Nobifor, behandelt den Schutz von Cybersicherheitsagenten mit Fokus auf die Zusammenarbeit von Mensch und Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen. Im Mittelpunkt steht, dass nicht nur externe Angriffe, sondern vor allem alltägliche Fehler und Risiken im Arbeitsalltag, inklusive der Nutzung von Schatten-KI, zentrale Bedrohungen darstellen. Krämer betont die Notwendigkeit, Cybersicherheitsstrategien für die veränderte Belegschaft zu überdenken – diese besteht heute sowohl aus Menschen als auch aus KI-Agenten. Er präsentiert vier zentrale Handlungsfelder sowie Empfehlungen zur Etablierung sicherer Verhaltensweisen und einer starken Sicherheitskultur.

Langfassung

Martin Krämer, CSO Advisor bei Nobifor, eröffnet seinen Vortrag mit dem Hinweis, dass moderne Cybersicherheit den Fokus nicht mehr nur auf externe Angriffe, sondern ebenso auf interne Risiken und Fehler legen muss – insbesondere durch das Zusammentreffen von Mensch und Künstlicher Intelligenz (KI) im Arbeitsalltag. Nach Ergebnissen einer von Nobifor durchgeführten Umfrage nehmen gegenwärtig alltäglich versehentliche Fehler die größte Bedrohung ein (58 % der Befragten), gefolgt von Risiken durch Schatten-KI, also unkontrolliert genutzte KI-Anwendungen im Unternehmen.

Krämer schildert, wie KI-Agenten mittlerweile nicht nur Werkzeuge, sondern eigenständige Akteure innerhalb von Unternehmen geworden sind, die Entscheidungen treffen und mit Menschen kooperieren. Daraus ergeben sich neue Angriffsflächen und Herausforderungen in der Cybersicherheit. Viele Unternehmen haben Schulungs- und Awareness-Programme eingeführt, um das Verhalten ihrer Mitarbeitenden zu verbessern. Dennoch entsteht durch alltäglichen Zeitdruck und Ablenkung weiterhin ein hohes Risiko unsicherer Entscheidungen (55 % geben dies zu).

Ein weiteres Problem sieht Krämer darin, dass etablierte Schutzmaßnahmen, die auf menschliches Handeln abzielen (z. B. Schulungen gegen Social Engineering), im Umgang mit KI-Agenten oftmals nicht greifen. Er stellt die Analogie zwischen Social Engineering für Menschen und Prompt Engineering für KI her und weist darauf hin, dass 37 % der Unternehmen noch Mängel bei KI-Governance bescheinigen.

Als Lösungsansatz empfiehlt Krämer, auf die Erleichterung sicheren Verhaltens, Förderung einer vertrauensvollen Unternehmenskultur, konstruktive Verstärkung positiven Sicherheitsverhaltens und die Einbeziehung von KI-Agenten in alle Sicherheitsüberlegungen zu achten. Konkrete erste Schritte sieht er in der Bestandsaufnahme der aktuellen Sicherheitslage, Beurteilung der KI-Governance sowie der aktiven Überprüfung und Entwicklung der Sicherheitskultur. Abschließend verweist er darauf, dass dauerhafte Sicherheit nur durch regelmäßige Überprüfung und die Entwicklung einer aktiven Sicherheitskultur erreichbar ist.

Wir haben heute nicht nur Menschen, die Entscheidungen im Unternehmen treffen, sondern auch KI-Agenten, die Seite an Seite mit ihnen zusammenarbeiten.

— Krämer betont die veränderte Belegschaft und die neue Rolle von KI-Agenten.

Das, was Social Engineering für den Menschen ist, ist vielleicht das Prompt Engineering eben für die KI.

— Er vergleicht Bedrohungen für Menschen und KI-Agenten und deren Schutzbedarf.

Fokussieren Sie besser darauf, was gut ist... Alles, was unsicher ist, das sind eben die schlechten Menschen und hier haben wir die guten Menschen.

— Krämer plädiert für eine positiv verstärkende Sicherheitskultur anstelle von Schuldzuweisungen.

Wenn das sichere Verhalten zu schwierig ist, darf ich nicht erwarten, dass meine Mitarbeitenden auch sich quasi richtig verhalten.

Schlüsselwörter

CybersicherheitKI-AgentenSicherheitskulturPrompt EngineeringKI-Governance

Produkte / Programme

Microsoft CopilotClaude (Anthropic Claude)Nobifor

Genannte Personen

Martin KrämerClaude (Anthropic Claude)